Was macht weibliche Führung aus?

Führen Frauen anders als Männer? Im Zuge des Digital Female Leader Awards 2018 habe ich mich ein wenig mit dieser Frage beschäftigt. Und sie ist gar nicht so eindeutig zu beantworten.

„Von wegen Kuschelkurs: So ticken Frauen in Chefpositionen wirklich“, titelte die Zeitschrift Focus im Januar 2016 einen Artikel über das Verhalten der Frauen in Chefpositionen. Der Text greift Daten einer Studie auf, die die Personalberatung Russell Reynolds Associates durchgeführt hatte.

Härte versus Fürsorge

Demnach nimmt der Fokus auf Beziehungen, der als typisch weibliches Rollenmuster gilt, in gemischten Führungsteams ab einem Frauenanteil von 22 Prozent signifikant ab. „Dann kümmern sich Frauen stärker um ihre eigene Karriere und nähern sich in Sachen Durchsetzungskraft und Härte ihren männlichen Kollegen an“, heißt es in dem Bericht.

Fürsorge und Beziehungspflege hingegen nähmen deutlich ab. Im Ergebnis werde die Zusammenarbeit fokussierter, kämpferischer und erfolgreicher. Leider habe ich im Augenblick nicht mehr über die Studie herausfinden können. Interessant wäre es nämlich zu erfahren, was die Studienleiter genau von den 4.300 Entscheidern, die befragt wurden, wissen wollten.

Eine Frage der Unternehmenskultur?

In gewisser Weise wundert mich das Ergebnis nicht, denn schon häufig habe ich gehört, dass Frauen es mitunter nur „nach oben“ schaffen, wenn sie sich an die Sprache und die Gepflogenheiten der Chefetage anpassen, die dort bereits vorherrschen.

Ich frage mich, ob es die Macht ist, die die Fürsorge schwinden lässt, oder ob nicht vielmehr eine gewisse Härte notwendig ist, um in vornehmlich männlichen Kreisen als Führungskraft akzeptiert zu werden. Zumindest in einer Unternehmenskultur, die dies von ihren Mitarbeitern – männlichen und weiblichen – fordert.

Diversität rockt

Vielfalt scheint jedenfalls ein wesentlicher Erfolgsfakor zu sein. Eine Studie von McKinsey&Company belegt, dass Diversität in Unternehmen eine bis zu 50 Prozent höhere Rendite zur Folge hat. Das Peterson Institutes for International Economics in Washington fand heraus, dass ein um 30 Prozent höherer Frauenanteil in der Führungsetage mit einem Netto-Umsatzplus von etwa 15 Prozent einhergeht.

Die FAZ schreibt zum Thema: „Dabei ist es nicht so wichtig, dass es Frauen bis ganz an die Spitze, also bis zur Vorstandsvorsitzenden schaffen. Es reicht schon, wenn ausreichend Frauen Vorstandsmitglieder oder Mitglieder der Chefebene darunter sind.“ Einen spürbaren Unterschied macht es also doch, ob Frauen als Entscheider in der Firma sind oder nicht.

Hohe Wandlungsfähigkeit

Diese Studien verraten allerdings nicht, welche Faktoren diesen Unterschied genau verursacht haben. Ist eine offene Führungskultur, die sich Frauenförderung auf die Fahnen schreibt, nicht vielleicht per se erfolgreicher, da sie sich wandlungsfähiger an Marktentwicklungen anpasst, unterschiedliche Perspektiven und dadurch mehr kreative Idee produziert?

Mich interessieren eure Erfahrungen und Meinungen zum Thema. Wie nehmt ihr Frauen in Führungspositionen wahr? Beziehungsweise wie nehmt ihr euch selbst als Frauen in Führungspositionen wahr? Welchen Einfluss hat eurer Ansicht nach die Führungskultur in diesem Zusammenhang?

Genügt eine Quotenregelung in der Hoffnung auf höhere Profite oder braucht es nicht vielmehr einen Wandel des Rollendenkens auf allen Ebenen eines Unternehmens?

Female Digital Leadership

Interessant finde ich noch zu erwähnen, dass im Zuge der Digitalisierung derzeit generell ein Umdenken in Sachen Führung geschieht. Der sogenannte Digital Leader ist wesentlich agiler als seine Vorgängergenerationen. Ein gewisses Fingerspitzengefühl, soziale Kompetenz und Flexibilität werden diesem Führungstypus nachgesagt.

Hört, hört, sind es nicht gerade Kooperation, Kommunikationsfähigkeit und Flexibilität, die traditionellerweise dem weiblichen Führungsstil zugeschrieben werden?

Wie unterschiedlich weibliche Führung in der Digitalbranche aussieht und welch interessante Karrieren sich hinter Female Leadern verbergen, könnt ihr derzeit auf der Seite des Digital Female Leader Award erkunden. Etwa 400 Frauen wurden für die insgesamt 11 Kategorien nominiert.

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Wenn ihr mir eine Freude machen möchtet, dann unterstützt bitte meine Nominierung von Daniela Sprung (bloggerabc). Warum ich finde, dass sie diesen Preis verdient hat, habe ich in diesem Blogartikel geschrieben. Noch bis zum 14. August kann für den Audience Award abgestimmt werden. Vielen Dank!

Zum Online-Voting geht es hier entlang!

 

 

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