Mein Bücherjahr 2018

Ein Buch in der Woche wollte ich im vergangenen Jahr schaffen. Am Ende waren 56. Dabei hätte ich Anfang Januar nicht vermutet, dass ich meine Vorgabe auch nur annähernd erreichen könnte. Ein Überblick über mein Lese- und Bücherjahr 2018.

Aus Spaß an der Freude

Vorweg: Ich halte nichts von Lesezwang. Der Aktion #jedeWocheeinBuch habe ich mich aus purem Spaß angeschlossen. Ebenso wie ich seit ein paar Jahren aus Jux eine Excel-Tabelle führe, um mich an die vielen gelesenen Bücher später noch erinnern zu können. Auch für 2018 galt daher: Wenn du es schaffst, ist gut, falls nicht, geht die Welt auch nicht unter. Aber es sollte ein Anreiz sein.

Bücher haben für mich verschiedene Funktionen: Ich kann mich über die Lektüre eines Sachbuches konzentriert und nachhaltig in Themen einarbeiten, ich kann mit einem belletristischen Roman aber auch einfach entspannen und mich gut unterhalten. Über das Jahr habe ich eine gute Mischung gefunden.

Vorzüge von Hörbüchern

Und ich habe erstmals Hörbücher in meine Statistik aufgenommen. Bislang hatte ich nämlich kein einziges je zu Ende gehört. Ich lese einfach viel lieber! Da ich viel unterwegs bin, habe ich inzwischen die Vorzüge von Hörbüchern für mich entdeckt. So kann ich im Zug aus dem Fenster schauen und gleichzeitig einer spannenden Geschichte lauschen.

So sieht meine Lesestatistik 2018 aus:

Bücher insgesamt: 56
Gelesene Seiten: 19.142
Romane: 26
Sachbücher: 26
Hörbücher: 6
Biogafien/Autobiografien: 3
Thriller: 1

Nicht in der Statistik erfasst sind angelesene Bücher und Kapitel, Zeitschriften, Internettexte. Manche Bücher tauchen doppelt auf, weil es sich beispielsweise sowohl um Hör- als auch um Sachbücher handelt.

Meine Highlights

Einige der Bücher haben mich besonders beschäftigt, daher greife ich sie an dieser Stelle noch einmal gesondert auf.

1. Ranga Yogeshwar: Nächste Ausfahrt Zukunft

Ranga Yogeshwar auf der Frankfurter Buchmesse 2017. (Foto: Edda Klepp 2017)

Ranga Yogeshwar, den ich live auf der Frankfurter Buchmesse 2017 erlebte, ist nicht nur ein guter Journalist und Geschichtenerzähler, sondern auch ein hervorragender Vorleser. Sein Sachbuch war der Auslöser, mich stärker dem Hören von Büchern zu widmen. Allerdings fällt dabei das „Lesen mit Bleistift“ weg, was ich normalerweise sehr gerne tue, um mich an bestimmte Episoden und Formulierungen später noch zu erinnnern.

Dennoch konnte ich Yogeshwars Ausführungen sehr gut folgen. Er spannt einen breiten Bogen über verschiedene Themen von der Atomkraft bis zur künstlichen Intelligenz, verbindet vergangene Erlebnisse mit Zukunftsvisionen, zeigt Chancen und Risiken auf. Ein Buch, das Ängste nimmt und Verständnis schafft, gleichzeitig nicht blauäugig auf künftige Herausforderungen blickt.

2. Sebastian Purps-Pardigol: Führen mit Hirn

Die Erkenntnisse über die Neuroplastizität des Gehirns haben vieles ins Rollen gebracht. Beispielsweise sorgen sie vielerorts dafür, dass Unternehmen ihre Führungsstrategie und den Umgang mit ihren Mitarbeitern überdenken. Sebastian Purps-Pardigol hat gemeinsam mit dem Neurobiologen Gerald Hüther die Initiative Kulturwandel auf den Weg gebracht und begleitet Unternehmen in dem Prozess, eine neue, wertschätzende Art der Führung zu etablieren.

In „Führen mit Hirn“ erläutert er die entscheidenden Faktoren, die Menschen helfen, ihre Potenziale besser zu entfalten. Dazu zählen beispielsweise Mitgestaltung, Verbundenheit und Sinnhaftigkeit. Unter Verwendung zahlreicher Beispiele aus der Praxis zeigt er auf, wie der Kulturwandel gelingen kann. Meine absolute Leseempfehlung!

Auch als Speaker kann ich Purps-Pardigol empfehlen. Er war im vergangenen Oktober auf unserem Filialmanagementtag zu Gast und erntete viel Beifall.

3. Elisabeth Wehling: Politisches Framing

„Politisches Framing“ von Elisabeth Wehling ist meines Erachtens Pflichtlektüre für jeden Journalisten und überhaupt für Menschen, die sich professionell mit Texten und Sprache beschäftigen. Mich hat das Buch nachhaltig beeindruckt. Im Kern geht es um die Frage, welche Assoziationen und Sinnzusammenhänge im Gehirn durch bestimmte Sprachbilder getriggert werden.

Wie prägt Sprache unsere Wahrnehmung bestimmter Debatten? Mit der Wahl unserer Worte und Redewendungen bestimmen wir den Diskurs mit. Dieser Wirkung sollten sich Journalisten, aber auch Rezipienten bewusst sein. In diesem Interview erklärt die Autorin, was genau hinter dem Begriff des Framings steckt.

4. Lian Hearn: Der Clan der Otori

Im Nachhinein frage ich mich, warum die Bücherreihe „Der Clan der Otori“ mehr als zehn Jahre lang ein einsames Schattendasein auf meinem Stapel ungelesener Bücher fristete. Als ich während meines Herbsturlaubs einmal damit anfing, konnte ich die ersten drei der insgesamt fünf Bände nicht mehr aus der Hand legen. Die Romane spielen in einer Welt, die dem historischen Japan nachempfunden ist, aber gleichzeitig jede Menge Magie enthält.

Ursprünglich hatte die Autorin Lian Hearn geplant, lediglich eine Trilogie zu schaffen. Gut für mich, denn daher gibt es noch zwei weitere Bücher aus der Otori-Welt, die auf mich warten. Wer Historical Fantasy mag, wird seine helle Freude an den Werken haben.

5. Sandra Miriam Schneider: Achtsames Schreiben

2018 war das Jahr, in dem ich mich wieder verstärkt mit dem Roman-Schreiben auseinandergesetzt habe, zumindest in der Theorie. Mittlerweile habe ich auch wieder angefangen, die Theorie in die Praxis umzusetzen. Ich habe mir einiges vorgenommen für 2019! Stellvertretend für mehrere Schreibratgeber, die ich gelesen habe, greife ich „Achtsames Schreiben“ von Sandra Miriam Schneider heraus.

Zum einen ist das Buch vermutlich bei Autoren noch nicht so bekannt, da es erst im März 2018 erschien, zum anderen unterscheidet es sich von anderen Schreibratgebern dadurch, dass es Methoden der Mindfulness-Based Stress Reduction (MBSR) auf das Schreiben anwendet. Das ist eine bestimmte Meditations- und Achtsamkeitstechnik, die vor allem durch den Meditationslehrer und Autor Jon Kabat-Zinn bekannt wurde.

Es sind viele Übungen enthalten, die das achtsame Schreiben fördern können. Mich hat diese Herangehensweise sehr fasziniert und einige Impulse habe ich gerne aufgegriffen.

***

Nun bin ich gespannt: Was waren deine Lese-Highlights 2018? Welche Bücher kannst du mir empfehlen? Ich freue mich über deinen Kommentar!

 

 

 

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Ich stimme zu.