Über Vertrauen – #barcampkoeln 2017

Mit Vertrauen ist es so eine Sache: Du weißt nie, ob es sich lohnt. Das wirst du erst im Nachgang erfahren. Doch solltest du deswegen auf Vertrauen verzichten? Auf dem diesjährigen Barcamp Köln besuchte ich eine Session zu diesem Thema. In einer Sache waren wir Teilnehmer uns einig: Ohne Vertrauen geht es nicht.

Ich mag das: Ein paar bunt zusammengewürfelte Leute treffen sich, machen einen Plan, bei dem niemand so genau weiß, was passiert und man tauscht sich aus. Offen, ehrlich, vertrauensvoll. Neudeutsch fasst man eine solche Veranstaltung oft als Barcamp.

Was da genau abgeht, habe ich in diesem Blogpost bereits ausführlich beschrieben.

Unter Gleichgesinnten

Seit ich das Barcamp-Format kennengelernt habe, hat sich einiges in meinem Leben getan. Ich will damit nicht sagen, dass der Besuch solcher Unkonferenzen ausschlaggebend für die Entwicklungen ist, aber möglicherweise hat die ein oder andere Begegnung einen Anteil daran.

Bestimmt aber sagt meine Affinität zu Barcamps etwas über mich aus. Sich auf Neues einzulassen, seinen Lernhunger zu stillen, Impulse aufzunehmen und für sich weiterzuentwickeln, das bedeuten Barcamps für mich. Mal ganz abgesehen davon, dass ich dort Leute treffen kann, die irgendwie ein bisschen wie ich ticken.

Wissen weitergeben

In meiner Barcamp-Anfangszeit besuchte ich fast ausschließlich Sessions, die ich an dieser Stelle Wissenssessions nennen möchte. Jemand hat eine Präsentation vorbereitet, stellt vielleicht ein Tool oder eine bestimmte Methode vor und füttert dich mit Sachinformationen.

Anschließend gibt es ein paar Fragen, jeder bedankt sich und auf geht es zum nächsten Tool, zur nächsten Methode oder zum nächsten Sachthema. Ehrlich, ich habe unfassbar viel in diesen Sessions gelernt und bin immer wieder begeistert von der Barcamp-Kultur, die darauf basiert, Wissen zu teilen.

Persönliche Weiterentwicklung

In der letzten Zeit zog es mich allerdings in solche Sessions, die eher philosophischen Charakter haben, unser Zusammenleben betreffen oder die persönliche Weiterentwicklung. Das geht bei Selbstmanagement los und gipfelt in angeregten Gesprächen ohne PowerPoint-Folie, zum Beispiel über Identität, Integration – oder Vertrauen.

Wir Menschen sind Beziehungswesen. Ohne Vertrauen klappt es nicht. Wobei ich davor warnen möchte, Vertrauen mit Naivität zu verwechseln. Du brauchst manchmal feine Antennen, um zu unterscheiden, ob du augenblicklich einer irrationalen Angst folgst oder einem Gefühl, das du ernstnehmen solltest.

Beispielsweise wenn dir jemand glaubhaft versichert, es gut mit dir zu meinen, sein Handeln aber dagegenspricht. Vertraue, ja, aber auf das, was jemand tut.

Agilität braucht Vertrauen

Vertrauen spielt natürlich im Privaten eine große Rolle, aber auch im beruflichen Kontext. Erst recht in Zeiten der digitalen Transformation, die unsere Arbeitswelt schon ordentlich durchgerüttelt hat und dies auch weiterhin tut.

So berichtete in der Session ein Scrum-Master von agilen Arbeitsmethoden und der absoluten Notwendigkeit, Menschen Vertrauen entgegenzubringen, die er kaum kennt. Die Beispiele, die er nannte, gaben ihm recht.

Vertrauen bedeutet auch, anderen Gestaltungs- und Entwicklungsspielräume zu geben. Das Verhalten der anderen habe ich nie unter Kontrolle; und es ist ein Fehlschluss zu glauben, dass ich „die Dinge im Griff habe“, solange meine Grundhaltung nicht stimmt.

Selbstwirksamkeit ist der Schlüssel

Ohne Selbstvertrauen ist Vertrauen nämlich kaum möglich. Ohne den Glauben an meine Selbstwirksamkeit hemmt meine Sorge vor Krisen die Entscheidungsfähigkeit. Vertrauen erfordert außerdem das rechte Maß an Kommunikation.

Eine Maxime ist essenziel, wenn du – persönlich oder beruflich – vorankommen willst: dass du deinen Entscheidungen vertrauen kannst. Lernen kannst du immer, aus allem, was passiert. Voraussehen kannst du es nicht.

Vertraue auch anderen. Sei dennoch achtsam und kenne deine Grenzen. Dich abzugrenzen ist nicht gleichbedeutend mit Misstrauen, aber es zeigt, dass du deine Bedürfnisse und Werte kennst und zu ihnen stehst.

Also vertraue. Sei offen, ehrlich und vor allem: Sei dir selber treu!

Mein Wort zum Samstag.

***

Dies ist dann mal ein etwas anderer Rückblick auf das Barcamp Köln. Ich hatte diesmal keine Lust mitzuschreiben und wollte auch keinen allumfassenden Rückblick liefern, sondern habe einfach das Thema einer Session herausgegriffen, die nachhaltig hängengeblieben ist.

Mein Dank gilt allen Sessiongebern und den Organisatoren des Barcamps sowie den zahlreichen Sponsoren, die diesen besonderen Gedankenaustausch erst möglich machen!

 

Das #barcampkoeln 2017 wurde gesponsort von:

QSC AG (Premium-Sponsor BarCamp Köln 2017) #barcampkoeln
Deutsche Post DHL Group (Premium-Sponsor BarCamp Köln 2017) #barcampkoeln
Talkwalker (Basis-Sponsor BarCamp Köln 2017) #barcampkoelnVICO (Basis-Sponsor BarCamp Köln 2017) #barcampkoeln
Kammann Rossi (Basis-Sponsor BarCamp Köln 2017) #barcampkoelnInnovation Kickbox (Basis-Sponsor BarCamp Köln 2017) #barcampkoeln
BVCM (Basis-Sponsor BarCamp Köln 2017) #barcampkoelnPrivatbrauerei Gaffel Becker (Basis-Sponsor BarCamp Köln 2017) #barcampkoeln
Kölner Stadt-Anzeiger (Medienpartner BarCamp Köln 2017) #barcampkoeln

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