[Rezension] „Wir brauchen Frauen, die sich trauen“ – Manuela Rousseau

Manchmal ist es nur ein Quentchen Mut, das der Karriere den entscheidenden Kick gibt. Bei Manuela Rousseau gab es einige Kreuzungen, auf denen sie sich auch für den gewohnten, den bequemen Pfad hätte entscheiden können. Was schade wäre, denn wer hätte uns dann eine solche Inspirationsquelle vorgelegt? Mehrfach fasste sie sich ein Herz und ergriff die Chancen, die sich ihr im Berufsleben boten, große wie kleine. Heute nutzt sie ihre Position, um anderen Frauen Mut zu machen.

Rousseau ist in vielerlei Hinsicht außergewöhnlich und ein Vorbild. Sie ist Führungsfrau, Professorin, Aufsichtsrätin bei Beiersdorf – und neuerdings auch Buchautorin. Sofern du ihr aktuelles Werk noch nicht gelesen hast, solltest du das schleunigst nachholen! „Wir brauchen Frauen, die sich trauen“ heißt es. Untertitel: „Mein ungewöhnlicher Weg bis in den Aufsichtsrat eines DAX-Konzerns“.

Die Sache mit den Visitenkarten

Eine bestimmte Szene läuft vor meinem inneren Auge ab, wenn ich an die Lektüre zurückdenke: Eine unsichere Frau auf einer Veranstaltung, auf der sie niemanden kennt. „In einer Stunde treffen wir uns wieder an dieser Stelle, bis dahin versuchen Sie, drei neue Kontakte zu knüpfen und Visitenkarten auszutauschen“, hatte ihr Chef gesagt. Nun, zupacken oder kneifen? Rousseau entscheidet sich für ersteres.

Ihr Mut wird belohnt, ausgerechnet Hamburgs Ersten Bürgermeister Henning Voscherau lernt sie in der Schlange an der Weintheke kennen. Ein Kontakt, der sich später noch auszahlen wird.

„Eigenverantwortung beginnt für mich dort, wo wir unsere inneren Grenzen selbst erkennen und uns diese nicht von anderen vorgeben lassen“, schreibt sie. In diesem Sinne bedeutet Eigenverantwortung auch, diese Grenzen sehr bewusst auszuloten und die eigenen Glaubenssätze („Das klappt nie“, „So etwas kann ich doch gar nicht“) stetig zu hinterfragen. Das wird nicht nur bei der einen beschriebenen Episode aus dem Buch deutlich.

Ein deutliches Ja zu den Chancen

Immer wieder findet sich Rousseau an besagten Gabelungen wieder. Und während ihre Karriere in der Rückschau so folgerichtig zu sein scheint, nahm sie doch den einen oder anderen Schlenker in Kauf und musste Hindernisse aus dem Weg räumen. Als Tochter eines Lokführers und einer Näherin hatte sie sicherlich keine solche Entwicklung erwartet. Zweifel nagten an ihr, Unsicherheit bestimmte über lange Zeit ihre Selbstwahrnehmung.

Und doch wird im Laufe der Kapitel im Buch eines deutlich: Nicht die Ängste an sich stellen häufig die entscheidenden Hürden dar, sondern die fehlende Bereitschaft, sich ihnen zu stellen. Nicht so bei Manuela Rousseau. Sie krempelte die Ärmel hoch und sagte entschlossen Ja zu den Chancen, die ihr begegneten. Trotz aller Bedenken.

Akribische Vorbereitungen, der unbedingte Wille (auch aus dem Scheitern) zu lernen sowie ihre Fähigkeit, ein Netzwerk aufzubauen, andere von sich und ihren Projekten zu überzeugen, verhalfen ihr Schritt für Schritt zum Erfolg. Das macht Spaß zu lesen und ist äußerst lehrreich!

Gleichberechtigte Zukunft

Daneben berichtet sie von ihrem ehrenamtlichen Engagement zur Rettung der Nikolaikirche, ihrer Bekanntschaft mit Loki Schmidt, ihrer journalistischen Tätigkeit und ihrem Weg ohne Studium in eine Professur. Ein Quereinstieg par excellence!

„Wenn eine Aufgabe dich nicht erschreckt, dann ist sie nicht groß genug“, pflegt sie Frauen in ihren Vorträgen zu sagen. Für eine gleichberechtigte Zukunft sei es mittelfristig wichtig, männliche und weibliche Erfahrungen in Netzwerken zu vereinen, um voneinander zu lernen. „Andere größer zu machen, sie zu befähigen und ihr Leben lang zu coachen, zeichnet gute Führung aus.“

Ich könnte noch stundenlang so weitermachen und Zitat an Erkenntnis reihen. Derweil empfehle ich dir, das Buch von Manuela Rousseau einfach selbst zu lesen und es auf dich wirken zu lassen. Mich hat es enorm inspiriert! Drum möchte ich dir zurufen: Trau dich! Hab Mut und nutze deine Chancen! Die Hälfte der Welt wartet auf dich. Packen wir’s an!

 

 

 

 

 

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